Freie Software für freie Lehre!

Gemeinsame Erklärung der deutschen, communitygestützten Open-Source-Bildungsplattformen

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Erklärung

Einsatz und Weiterentwicklung offener und freier Bildungsplattformen stärken und fördern! Die Verbände und Gemeinschaften der fhrenden deutschen Open-Source-Systeme fordern von Politik und Gesellschaft Investitionen und besonderes Engagement, damit die Unabhängigkeit von Bildungseinrichtungen gegenber Anbietern proprietärer Software gewahrt bleibt und die Entwicklungsgeschwindigkeit dem Aufwuchs der Anforderungen gerecht wird.

Derzeit gibt es in Deutschland 2,9 Millionen Studierende. 90 Prozent aller deutschen Hochschulen (Stand: August 2019) nutzen Lernmanagement-Systeme auf Open-Source-Basis. Dies ist im internationalen Vergleich ein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Bildungslandschaft. Die Lernplattformen dienen der Organisation der Lehre, der Vermittlung von Inhalten und dem gegenseitigen Austausch. In keinem anderen europäischen Land wird in einem solchen Maße auf freie und quelloffene Software im Bildungsbereich gesetzt, wie in Deutschland. Die Open-Source-Bildungsplattformen stellen eine kritische Infrastruktur dar, ohne die der Lehrbetrieb nicht aufrecht zu erhalten wäre.

Die Open-Source-Softwareprodukte hinter den Bildungsplattformen werden in aktiven Gemeinschaften weiterentwickelt. Diese Gemeinschaften bestehen aus engagierten Personen, Hochschulen, Unternehmen und gemeinntzigen Vereinen. Deren Entwicklungen stehen dann der Gesellschaft entsprechend dem Prinzip der freien Software ohne weitere Lizenzkosten zur Verfgung. Diese eigenständigen und agilen Software-Communities leisten neben der Entwicklung im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch umfangreichen Support und sind insgesamt ein bedeutender Standortvorteil der deutschen Bildungslandschaft.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren sind in Deutschland Open-Source-Softwarelösungen fr die Bildung entstanden, die präzise die Bedarfe deutscher Bildungseinrichtungen mit ihren Besonderheiten abbilden. Sie erfllen in besonderem Maße die deutschen und europäischen rechtlichen Anforderungen an Barrierefreiheit, Datenschutz und Urheberrecht. Betriebs- und Zukunftssicherheit sind nicht von produktstrategischen oder marktwirtschaftlichen Entscheidungen einzelner kommerzieller Anbieter am Markt abhängig. Die langjährige Stabilität dieser komplexen Bildungssoftware erfordert kontinuierliche Aufwände, um sie den laufenden hochdynamischen Anforderungen der Digitalisierung anzupassen.

Wir rufen dazu auf, die Offenheit und Freiheit der Bildungslandschaft in Deutschland zu erhalten, indem die bewährten Entwicklungsstrukturen durch geeignete Finanzierungen gesichert und ausgebaut werden. Darber hinaus ist der Gesetzgeber gefordert, den Einsatz von Open-Source-Software insbesondere durch veränderte Vergaberegelungen bei Ausschreibungen besonders zu begnstigen, anstatt sie wie bisher zu benachteiligen. Die aktuellen Rahmenbedingungen bevorzugen proprietäre Produkte von kommerziell agierenden Wettbewerbern vor den gemeinschaftlich und aus der Bildungslandschaft heraus entwickelten Open-Source-Standardlösungen. Dadurch besteht die Gefahr, dass die deutschen Bildungseinrichtungen in Abhängigkeit von rein marktwirtschaftlich agierenden Softwarekonzernen geraten. Einher ginge damit ein Verlust an Know-how der Expertinnen und Experten in den Open-Source-Communities und Hochschulen sowie der Zugang zu eigenen Technologien im deutschen und europäischen Kulturraum.

Wir fordern die langfristige Sicherung der freien Softwareentwicklung in der deutschen Bildungslandschaft und rufen die Politik und Bildungseinrichtungen zu einem offenen Dialog auf.

Unsere Forderungen

Mai 2020

Die Initiative Open Source-LMS ist hervorgegangen aus der Community Working Group LMS des Hochschulforum Digitalisierung. Wir danken für die Unterstützung!

Logo ILIAS open source e-Learning e.V.

Hochschulforum Digitalisierung

Freie, offene und communitybasierte Software

Lernmanagementsysteme wie ILIAS, Stud.IP und Moodle sind freie und offene Software (FOSS). Darunter versteht man Software, die immer und für jede Person im Quellcode einsehbar ist und lizenzkostenfrei ohne Einschränkung von Funktionalität, Nutzungsdauer oder Personenanzahl nutzbar. Wichtig ist der Aspekt der gemeinschaftlichen Entwicklung bei den hier mitzeichnenden Open-Source-LMS. Es haben sich hoch vernetzte Communities aus Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen gebildet, die ihr didaktisches und technisches Wissen in die Softwareentwicklung einbringen und sich daran professionell beteiligen.

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Lernmanagementsysteme im Jahr 2020

Moderne Lernmanagementsysteme (LMS) sind die tragenden Säulen der digitalen Infrastruktur von Bildungseinrichtungen. Sie unterstützen Lehre, Lernen und Verwaltung. Andere Softwarewerkzeuge oder Dienste werden in diese LMS integriert oder an sie angedockt. Dadurch lassen sich Lehr-, Lern- und Geschäftsprozesse digital abbilden und den wachsenden Herausforderungen der Digitalisierung flexibel begegnen. In der Corona-Krise wurde der gesamte Bildungsbetrieb ad hoc auf Digital umgestellt und einzig über die gemeinschaftlich entwickelten Open-Source-LMS aufrechterhalten.

Die freien, offenen und gemeinschaftlich entwickelten Lernmanagementsysteme sind die Speerspitze der Digitalisierung. In ILIAS, Stud.IP und Moodle stecken über 20 Jahre Expertise, Wissen und Know How der jeweiligen Anwendungs- und Entwicklungsgemeinschaften. Heute bilden diese Systeme das digitale Rückgrat der Bildungslandschaft in Deutschland.

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Unterzeichnet von

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

vertreten durch:
Prof. Dr. Christiane Hipp

Cottbus, 23.06.2020

HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen

vertreten durch:
Martin Böhnke

Hildesheim, 23.06.2020

Pädagogische Hochschule Heidelberg

vertreten durch:
Prof. Dr. Hans-Werner Huneke

Heidelberg, 26.06.2020

Bergische Universität Wuppertal

vertreten durch:
Prof. Dr. Dr. h.c.
Lambert T. Koch

Wuppertal, 30.06.2020

SELFSCRUM

vertreten durch:
Martin Jahr

Aurich, 30.06.2020

lern.link GmbH

vertreten durch:
Guido Hornig

Herrsching, 30.06.2020

Claude-Dornier-Schule Friedrichshafen

vertreten durch:
Daniel Grupp

Friedrichshafen, 01.07.2020

BelWü-Koordination, Universität Stuttgart

vertreten durch:
Peter Merdian

Stuttgart, 01.07.2020

BBS Haarentor der Stadt Oldenburg (Oldb)

vertreten durch:
Dietrich Ahlfeld

Oldenburg, 06.07.2020

Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM)

vertreten durch:
Prof. Dr. Ulrike Cress

Tübingen, 07.07.2020

Databay AG

vertreten durch:
Philipp Hermanns

Würselen, 07.07.2020

Bündnis Freie Bildung

vertreten durch:
Dominik Theis

Berlin, 07.07.2020

Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

vertreten durch:
Prof. Dr. Julia von Blumenthal

Frankfurt (Oder), 08.07.2020

Leibniz Universität Hannover

vertreten durch:
Prof. Dr. Volker Epping

Hannover, 08.07.2020

Hochschule Stralsund

vertreten durch:
Prof. Dr.-Ing. Petra Maier

Stralsund, 08.07.2020

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

vertreten durch:
Peter Ihrler

Eichstätt, 10.07.2020

Universität Ulm

vertreten durch:
Prof. Dr. Dr. Olga Pollatos

Ulm, 10.07.2020

Teamaffairs

vertreten durch:
Stefan Burges

München, 14.07.2020

BSZ Waldkirch

vertreten durch:
OStD’in Barbara Berhorst

Waldkirch, 17.07.2020

GSH e.V. – GEMEINSAM.SOZIAL.
HANDELN

vertreten durch:
Mario König-Hamel

Hamburg, 20.07.2020

Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

vertreten durch:
Martin Rademacher

Bonn, 21.07.2020

cyber4EDU e.V.

vertreten durch:
Michael Merz

Berlin, 22.07.2020

Albert-Einstein-Schule KGS Laatzen

vertreten durch:
Christian Augustin

Laatzen, 28.07.2020

Hochschule Wismar

vertreten durch:
Prof. Dr. Michael Schleicher

Wismar, 04.08.2020

Universität Hohenheim

vertreten durch:
Karl-Wilhelm Horstmann

Stuttgart, 13.08.2020

Technische Hochschule Mittelhessen

vertreten durch:
Prof. Dr. Katja Specht

Gießen, 14.08.2020

Hilfswerft gGmbH

vertreten durch:
Sönke Burkert

Oldenburg, 18.08.2020

Universität Duisburg-Essen

vertreten durch:
Jens Andreas Meinen

Essen, 18.08.2020

Berufsbildende Schulen des Landkreises Osnabrück

vertreten durch:
StD Dr. Frank Baller

Osnabrück, 18.08.2020

Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Forschung und Lehre e.V. (ZKI)

vertreten durch:
Hartmut Hotzel

Weimar, 20.08.2020

Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

vertreten durch:
Prof.’in Dr.-Ing. Yvonne-Christin Bartel

Lemgo, 25.08.2020

Duale Hochschule Baden-Württemberg

vertreten durch:
Prof. Dr. Roland Küstermann

Karlsruhe, 26.08.2020

Studentische Initiative #gnuHU (Humboldt-Universität zu Berlin)

vertreten durch:
Roland Hummel

Berlin, 26.08.2020

Universität Siegen

vertreten durch:
Univ. Prof. Dr. Volker Wulf

Siegen, 02.09.2020

Stiftung Universität Hildesheim

vertreten durch:
Prof. Dr. Jürgen Sander

Hildesheim, 14.09.2020

Universität Leipzig

vertreten durch:
Prof. Dr. med. Beate A. Schücking

Leipzig, 05.10.2020

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

vertreten durch:
Prof. Dr. Andreas Zaby

Berlin, 05.10.2020

Hochschule Rhein-Waal

vertreten durch:
Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen

Kleve, 08.10.2020

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

vertreten durch:
Univ.-Prof. Dr. Georg Kausch

Mainz, 05.11.2020

Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

vertreten durch:
Prof. Dr. Juliane Benra

Wilhelmshaven, 17.11.2020

Universität Bremen

vertreten durch:
Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter

Bremen, 23.11.2020

Albrecht-von-Graefe-Schule

vertreten durch:
Fabian Metzger

Berlin, 01.12.2020

FH Aachen

vertreten durch:
Prof. Dr.-Ing. Josef Rosenkranz

Aachen, 16.12.2020

Hochschule für Musik und Tanz Köln

vertreten durch:
Prof. Dr. Heinz Geuen

Köln, 17.12.2020

ACT • Angepasste Computertechnik

vertreten durch:
Thomas Faßbender

Bonn, 06.01.2021

Philologenverband Baden-Württemberg

vertreten durch:
Ralf Scholl

Stuttgart, 13.01.2021

Digital Souveräne Schule

vertreten durch:
Philipp Schenk

Stuttgart, 14.01.2021

grafik.werkstatt der Hochschule Offenburg

vertreten durch:
Prof. Dr. phil. Ralf Lankau

Offenburg, 19.01.2021

Informatiklehrerinnen und -lehrer Baden-Württemberg ILLBW

 vertreten durch:
Leonore Dietrich und Urs Lautebach

Bad Krozingen, 19.01.2021

Goethe-Universität Frankfurt

 vertreten durch:
Prof. Dr. Enrico Schleiff

Frankfurt am Main, 19.01.2021

Minervis GmbH

 vertreten durch:
Andre Günther

Saarbrücken, 25.02.2021

Bundesanstalt für Wasserbau

 vertreten durch:
Peter Weinmann

Karlsruhe, 10.03.2021

FH Bielefeld

 vertreten durch:
Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk

Bielefeld, 17.03.2021

Technische Universität Hamburg

 vertreten durch:
Prof. Dr. Andreas Timm-Giel

Hamburg, 22.03.2021

Landesstudierendenvertretung Baden-Württemberg

 vertreten durch:
Andreas Bauer

Mannheim, 02.04.2021

„Das Pandemie-Semester: ohne Open-Source-Communities geht es nicht.“

Hochschulforum Digitalisierung

Dritte über uns

www.uni-ulm.de
„Bildungsplattformen bei der Online-Lehre unverzichtbar. Uni Ulm unterzeichnet Erklärung der Open-Source-Anbieter.“

12.08.2020

netzpolitik.org
„Lernplattformen fordern nachhaltige Finanzierung.“

14.07.2020

rwth-aachen.de
„Freie Software für freie Lehre!"

03.07.2020

taz.de
„Angst vor Microsoft“

05.06.2020

hochschulforumdigitalisierung.de
„Das Pandemie-Semester: ohne Open-Source-Communities geht es nicht.“

03.06.2020

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